PACKESEL

Jedes Mal ist es das Gleiche. Nichts passt und alles muss gequetscht werden. Ein Wunder, dass noch keine Naht geplatzt und noch kein Reißverschluss seinen Geist aufgegeben hat. Auch wenn man schon kaum Sachen mit hat und wirklich ständig am aussortieren ist, ist der Rucksack immer voller als vorher. Also versucht man verschiedene Packmethoden. Mal alles quer übereinander, dann alles längs nebeneinander. Schachbrettmuster, alles durcheinander, das Kleine hier hin und das Große dorthin hin. “Hmm Mist, jetzt habe Das vergessen und verdammt Das muss auch noch rein.”  “Wo soll ich nun Das nun wieder hin packen?”  “Och nö, jetzt habe ich doch gerade den Reißverschluss zu bekommen.” Und so weiter… Wenn man dann nach drei Anläufen doch alles drin hat, im “großen” Backpacker, kommt die eigentliche Herausforderung. Das Aufsatteln. Am Anfang waren es mal 14 Kilo und eigentlich sollten es wirklich nicht mehr als 15 Kilo sein, denn das würde 1/4 meines Gewichts betragen und als Frau sollte man sowieso noch weniger tragen, aber momentan sind es doch eher 19 Kilogramm mit Tendenz zu 20 Kilo. Wenn man diesen Klotz erst einmal hoch gehievt hat, ist es eigentlich auch keine Aufgabe mehr, das Ding noch Richtung Rücken zu navigieren. Würden da bloß nicht noch Waschmittel, Regenponcho, Schuhe und Co. am Rucksack bammeln. Alles was nämlich nicht rein gepasst hat, hängt draußen irgendwie dran und macht das Ausbalancieren nur noch komplizierter. Naja wenn unser “Koffer” dann doch endlich auf dem Rücken festgebunden ist, alle Gurte fest gezurrt sind und das Gleichgewicht wieder gefunden ist, geht es dann auch schon fast Richtung auschecken. Erst muss allerdings noch der Handgepäcksrucksack aufgesetzt werden, welcher auch so zwischen 3 bis 7 Kilo wiegt. Hierbei handelt es sich aber vergleichsmäßig um eine Leichtigkeit. Die letzte Prüfung besteht dann nur noch darin, mit all dem Gepäck am Körper, die Foodbeutel vom Boden aufzuheben. Bloß nicht nach vorne umkippen heißt es dann bzw. beim wieder aufrichten nicht nach hinten umfallen. Ich mein man wäre zwar weich gepolstert, aber muss ja nicht sein. So da wir das ganze Prozedere jetzt beschrieben haben, kommen wir gleich zum nächsten Punkt. Dem die Treppe herunter laufen. Hier heißt es wieder den Gleichgewichtssinn zum glühen bringen und bloß nicht wie ein Ball die Treppe herunter fallen (oder eher wie ein Klops). Unten angekommen, muss man am besten nochmal alles absetzen, weil entweder die Schlange zum Auschecken zu lange ist, niemand an der Rezeption steht oder man den Schlüssel irgendwie nicht an der Stelle findet, wo er doch “zum letzten Mal lag”. Total durchgeschwitzt, ausgelaugt und mit schmerzendem Rücken geht die Reise (nach einem zweiten aufsatteln) ins neue Hostel dann auch endlich los. Sind ja nur zwei Kilometer zu laufen, oder eine 15 Stunden Busfahrt die einem bevorstehen… 

Ist zwar kein aktuelles Bild von uns, aber so sah es am Anfang aus. Jetzt hängt noch mehr am Backpacker dran und in unseren Händen hängen noch ein paar Beutel mit Essen 😀

So jetzt habt ihr mal eine Vorstellung davon, wie es ist mit einem Rucksack zu reisen. 🎒

Bis demnächst!

Eure Suse ❤️

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